Es gibt wenige Dinge die bei mir so lange angehalten haben, wie die Springsteen-Geschichte.
Ich habe dieser Tage festgestellt, dass es seit dem 15.6. diesen Jahres nunmehr 25 Jahre her ist, als ich mein erstes Springsteen Konzert besucht hatte.

Wie man sieht, war es ein Samstag. Eine geschenkte Eintrittskarte und mittendrin ich, 14 Jahre alt, mit keinerlei Ahnung davon, was mich erwarten würde.
Ich kannte bislang nur das, was “Formel Eins” die Musiksendung im dritten so an Videos von ihm gezeigt hatte. Alles so unter: “Naja, geht.” wahrgenommen. Ich wusste, es war dieser Typ, der im weissen Hemd mit nem Mädel auf der Bühne tanzt, oder der mal “das Video der Woche” war, weil angenehm kurz. Mehr aber auch nicht. Fand ich nicht schlecht die Musik, aber mein Herz hing damals mehr an Huey Lewis and the News.
Deren Album Sports, fand ich so richtig cool. Und das noch lange VOR Zurück in die Zukunft.
Zum Springsteen-Konzert kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Es hatte jemand ne Karte über und ich griff zu. Bislang kannte ich nicht viel Live-Musik. Woher auch, mit 14…
Wenn mal auf irgendner Kirmes ein paar Familienväter im Bierzelt aufspielten, ja das kannte ich.
Oder die Rodgaus, oder Costa Cordalis. Auch alle wenn, dann aus dem Kirmes-Bierzelt.
Fussballstadion? 15.000 Leute auf einmal? Bislang ungeahnte Ausmaße.
Und dann gings los. “Born in the USA”, untermalt mit einer Staffel Flieger der nahegelegenen US AIR Base, die ein paar farbige Dunststreifen hinter sich herzogen, in blau-weiss-rot. Einmal übers Stadion.
Das beeindruckt jeden mit 14.
Und dann die Musik, die Stimmung, der Enthusiasmus. Alles an einem Samstag, meinem liebsten Tag in der Woche.
Ich war weg. Ganz weit weg und doch anwesend. Jede einzelne Note hab ich aufgesogen. Ungläubig glotzend, ob des Schauspiels, dass sich mir bot.
Ich weiss nicht mehr genau, wie lange das Konzert ging, aber es müssen um die vier Stunden gewesen sein.
Es war warm und es war Sommer. Ich hatte die sprichwörtliche Zeit meines Lebens.
Nach dem Konzert als vierzehnjähriger zu begreifen, dass LPs ein Schweinegeld kosten, war einer der weniger tollen Erfahrungen.
Ich habe Jahre gebraucht, alle Platten zusammen zu bekommen. Eigentlich hatte ich sie erst zusammen, als ich schon längst auf CDs umgestiegen war.
Kein Fehler eigentlich.
Gestern nun wurde ein Mitschnitt des Springsteen-Konzertes in London von vor einem Jahr veröffentlicht. In HD und 5.1 Sourround-Sound.
Drei Stunden geschaut, bis heute morgen um zwei.
Es war Samstag und ich war wieder 14.
Korrektur: Ich bin es noch.
Posted: June 19th, 2010 under Mental incompetence.
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