Statistiken
Falko besitzt ungefähr zahllose Macs und ist deswegen ein besserer Mensch.
Mir geht es ähnlich, weswegen Falko und ich oft über die anderen nicht Mac-User lachen sprechen.
Was nicht heissen soll, dass wir blindlings allem hinterherrennen, was aus dem Hause Apple stammt. Wir sind erwachsen, beide verheiratet und Falko hat sogar schon sackweise Nachwuchs. Vernunft ist also eine Tugend, die uns auszeichnet.
Letzthin parlieren wir über eine statistische Erhebung zum Zwecke der Einschätzung des “Ich-muss-es-haben” in puncto Apple iPhone.
Wir legen eine Skala von 1 bis 100 fest.
1 für: “Will ich nicht und brauch ich nicht.”
50 für: “Naja, brauchen nicht unbedingt… muss man mal schauen… die Telekom, die Preise…”
100 für: “Dein Schatten liegt auf dem Weg zwischen mir und meinem iPhone, du Arschloch!”
Falko und ich waren uns einig: 50.
Letzte Woche war das iPhone zum Anschauen und Ausprobieren bei Gravis in Berlin. Falko auch. Wohnen tut er dort nicht und nein, er war auch nicht extra deswegen dort. Sagt er zumindest…
Das letzte, was ich von ihm hörte war: “Ich habe es berührt. Oh Gott…”
99
So verrückt bin ich nicht. Ich kann warten. Schliesslich kann ich nicht einfach unter der Woche nach Berlin fahren. Nicht, wenn mir die beste Ehefrau von allen die Autoschlüssel und all meine EC- und Kreditkarten wegnimmt (Herrin über das Bargeld ist sie ohnehin), nachdem sie mich unter Versperrung des Fluchtweges und unter Androhung schwerwiegender Misshandlung dazu bringt, mein Reiseziel und den Grund der Reise preiszugeben.
Ich muss ja auch nur zwei lächerlich kleine Nächte zwischen mich und den Tag bringen, an dem das iPhone bei Gravis in Frankfurt zu begutachten ist.
Gefühlte zwei Jahre später inklusive Stunden voll quälender, hinderlicher und vor allem sinnloser Arbeit, kann ich endlich nach Frankfurt. Mitten im besten Feierabendverkehr.
Es ist nicht da. Der Zoll spielt noch damit herum.
Zollbeamter müsste man sein…
Angeblich käme es am Samstag. Schlimmstenfalls Montag. Ich würge den Gravis-Angestellten bis zur Taubheit meiner Finger und gehe nach Hause.
Wann is Samstag? Morgen? Die Nacht findet kein Ende.
Ich stehe im Morgengrauen auf und bin noch vor der Strassenreinigung beim Gravis-Laden.
Sie öffnen. Kein iPhone. Kann noch kommen, heisst es.
Am frühen Nachmittag werde ich von zwei netten Polizeibeamten hinausbegleitet. Der Restmüll meiner Nahrungsmittel störe die anderen Kunden. Elende Sauberkeitsfanatiker…
Da Gravis in Frankfurt samstags schon zu mittelalterlichen Zeiten am späten Nachmittag schliesst, muss ich unverrichteter Dinge wieder abziehen.
Ich kann nicht essen und schlafen.
Ausgehungert, ungewaschen und völlig übermüdet stehe ich Montag nacht bei Regen vor der Gravis-Filiale in Frankfurt.
Noch feucht betrete ich den Laden, als endlich der erste dieser miesen Langschläfer um 10 Uhr die Glasspforte öffnet.
Nach einer kurzen Keilerei zwischen dem Postboten, den Angestellten und mir und einer endlosen Installation des Netzwerkes, darf ich es endlich in den Händen halten. Mein iPhone! Mein Schatz… Ich nehme Dich mit nach Hause. Wie, das darf ich nicht. Weiche! Weiche, Satan! Geht hinfort, oder ich beisse euch in die Hände. Aber nein, uew hat nur Spa?ü gemacht. Er verzeiht immer, ja, ja, selbst die kleinen Betrügereien des netten Herrn. O ja, netter Herr, netter uew!
Ultimo.
Posted: July 30th, 2007 under Mental incompetence.
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