Einer Tradition folgend nehme ich mir jedes Jahr vor, an den Feiertagen nicht zuviel zu essen.
Ebenfalls traditionell bedingt werfe ich diesen Vorsatz umgehend wieder über den Haufen, da ich all das gute Zeug nicht verderben lassen kann oder schlimmer noch: Zusehen, wie es weggeworfen wird.
Es liegt die ?úberlegung nahe, die Anzahl der wohlschmeckenden Köstlichkeiten von vornherein zu reduzieren, aber irgendwie gelingt uns dies nicht.
Die beste Ehefrau von allen entstammt einer kinderreichen Familie und etwas in ihr weigert sich standhaft die zuzubereitende Menge an lediglich zwei Personen anzupassen. So kommt es, dass wir pünktlich zu Heiligabend genügend Nahrung vor uns auf dem Tisch haben, um ganz Kinshasa mehrere Monate ohne Engpässe zu versorgen.
Für uns reicht es gewohnheitsgemäss drei Tage. Morgens, mittags, abends, zwischendurch. 3 Tage lang dasselbe, bis es weg ist.
Wer nun denkt, dass uns das schon genug sei, der irrt. Quasi schon satt vom Vortag, schleppen wir uns am ersten der beiden Feiertage zu den Eltern, die auch nicht eher zufrieden sind, als das wir nicht mehr laufen können.
Auch gehen wir, einer weiteren Tradition folgend, am zweiten Feiertag aus. Kino? Nein, essen.
Die beste Ehefrau macht sich jedoch stets immense Gedanken, ob es nicht zuviel des Guten sei. Die Gedanken wiegen schliesslich ähnlich schwer wie ihr Magen und so lässt sie sich das ganze zu später Stunde noch einmal durch den Kopf gehen. Ich bekomme davon zunächst nichts mit, da ich damit beschäftigt bin diverse Klafter Holz zu zersägen, leide dann aber umso mehr nach dem Aufstehen, ob des gestreckten Monologes, den ich höre.
Nächstes Jahr werden wir weniger essen an den Feiertagen. Versprochen.
Posted: December 27th, 2007 under Mental incompetence.
Comments: none