Der geneigte Leser dieses Blogs weiss um den Umstand, da?ü ich ein Junkfood-Junkie bin. Auf dieser Tatsache gründend, gehe ich ausgesprochen gerne zu McDonalds. Das war schon immer so, das wird auch immer so bleiben. Das Nahrungsmittelangebot dort ist für Vegetarier zwar stark eingeschränkt, aber für Pudding-Vegetarier wie mich bleiben ja immer noch die Pommes. Und der Sü?ükram, vor allem der Sü?ükram.
Der
McSundae mit Karamellsauce
hat es mir hier im Speziellen angetan. Ich verfalle zwar nicht bei jedem Restaurantbesuch einem dieser Becher, aber wenn, dann mit Hingabe.
Als schliesslich 1997 der McFlurry eingeführt wurde, fand ich das vergleichsweise grossartig:
Noch mehr Softeis mit wechselnden, frei wählbaren Zutaten.
Nur eines habe ich nicht verstanden: Warum es keinen
McFlurry mit Karamellsauce
gab.
Ein
McFlurry mit Karamellsauce
wäre doch das Optimum, dachte ich.
Da ich generell eher dumm und langsam bin, brauchte es ein paar Jahre, bis ich auf die Idee kam, mir einen
McFlurry mit Karamellsauce
einfach zu bestellen. Den Umstand ignorierend, da?ü ein
McFlurry mit Karamellsauce
gar nicht auf der Karte stand.
Ich fuhr gegen die Wand.
Bei McDonalds sind Sonderwünsche nicht sonderlich erwünscht, da man es nicht “bonnieren” kann.
Was auf deutsch so viel hei?üt wie: “Is nich auf Kasse”
Der Tipp mit “Bonnier halt nen McFlurry und nen McSundae und kipp die Karamellsauce nicht auf den McSundae, sondern auf den McFlurry und schieb dir den McSundae in den …” wurde mit kompletter ?úberforderung, Heulkrämpfen, einem Nervenzusammenbruch inkl. Darm- und Blasenentleerung und anschliessendem Abtransport mit dem Krankenwagen quittiert.
Daraufhin gab ich den
McFlurry mit Karamellsauce
auf.
Bis gestern.
Die beste Eherfrau und ich machten einen gewohnten Noch-nen-Latte-für-die-beste-Ehefrau-von-allen-bei-McDoof-Stop. ?úblicherweise würde ich durch den McDrive fahren, aber da wir noch eine dieser Treuepunkte-für-Warmgetränke-Karten bei uns hatten, auf der in gro?üen Lettern stand “vor der Bestellung abgeben”, zog ich es vor zu parken und schnell eine Inhouse-Order aufzugeben.
Als ich in der Schlange stand bemerkte ich, da?ü McDonalds die Merchandising-Lizenz für Dreamworks “Madagascar 2 – Auf der Suche nach noch mehr Geld” erworben zu haben schien.
Und zu diesem Anla?ü gab es einen Sonder-McFlurry mit Smarties und: Karamellsauce!
Mit einem Roundhouse-Kick bat ich den dreckigen Penner, der hinter mir in der Schlange stand, nicht dümmlich den Weg nach drau?üen zu blockieren, um der besten Ehefrau von allen die guten Neuigkeiten zu bereiten und sie nach drinnen zu bitten.
Die beste Ehefrau von allen ist in Sachen Junk-Food prinzipiell zu allerlei Schandtaten bereit und begleitete mich nach innen, vorsichtig um die Blutlache nebst blutendem Dreckspenner herum, zur Kasse, wo wir dann umgehend zwei
McFlurry mit Karamellsauce
und eine Latte Macchiato auf Treuekarte bestellten.
Als wir Platz nahmen überkam mich ein Schauer aus freudiger Erwartung, als ich endlich meinen Löffel aus der Karamellsaucen-Eispampe mit Smarties drin herausziehen konnte.
Ein Traum sollte in Erfüllung gehen.
Nun ist zu sagen, dass die Harmonie, die einen
McSundae mit Karamellsauce
umgibt, bei dem die lauwarme Karamellsauce sanft die kalten Hügel des vanilligen Softeises umschwebt, nicht die gleiche ist, wie bei einem
McFlurry mit Karamellsauce.
Bei einem
McFlurry mit Karamellsauce
läuft das leicht anders ab.
Zuerst wird das Softeis in den McFlurry-Becher gelassen. Anschliessend wird mit einem Schaufelbagger eine Ladung Smarties darüber gekippt (Korrektur: Zwei Ladungen).
Dann wird in sanft pumpenden Stö?üen der karamellisierte Flüssigzucker über dem kalten, wei?üen Zucker mit dem bunten, kugeligen Zucker verteilt. Doch leider wird¬† hier nicht gestoppt.
An diesem Punkt bekommt der McFlurry zunächst einen Plastiklöffel in den Arsch gerammt, der dann an einer sich mit 7.000 U/min drehenden Höllenmaschine befestigt wird, die das ganze dann, wie soll ich sagen, zu etwas “anderem” werden lä?üt.
Im Idealfall.
Man stö?üt bei seiner Reiserei ins Speiseeis in Regionen vor, die so nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Mal reines Eis, dann irgendwas interdimensionales, dann pures Karamell, gefolgt von Horden von Smarties, wieder nacktes Eis und schliesslich der Boden.
Alles in allem eine arge Enttäuschung.
Nach all den Jahren Bangen und Hoffens kann ich nun sagen:
Für mich bitte keinen
McFlurry mit Karamellsauce
mehr.
Notiz an mich selbst: Könnte versuchen das Umrühren zu vermeiden.
Posted: November 23rd, 2008 under Mental incompetence.
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